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Test - Cities in Motion 2 : Verkehrskontrolle

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Cities in Motion 2 ist kein neues Sim City, und das will es auch gar nicht sein. Trotz der Namensähnlichkeit müsst ihr im vorliegenden Titel keine eigene Stadt erschaffen. Vielmehr dreht sich in Cities in Motion 2 alles um das Verkehrswesen. Wie bringe ich die Menschen in einer Stadt von Punkt A nach Punkt B und am Wochenende zu Punkt C? Die Möglichkeiten sind vielfältig, doch bringt jede Wahl Vor- und Nachteile mit sich. Verkehrsplaner haben es eben nicht leichter als Städtebauer, auch wenn es durchaus Analogien gibt, genauso wie bei Cities in Motion 2 und Sim City.

Kann es wirklich so schwer sein, eine vernünftige Verkehrsplanung zu gestalten? Diese Frage haben sich bestimmt schon viele Kunden der Deutschen Bahn oder des ÖPNV gestellt, wenn sie mal wieder eine halbe Ewigkeit auf einem Bahnhof oder an einer einsamen Haltestelle verbracht haben. Es gehört offenbar doch etwas mehr dazu, als ein paar Gleise zu verlegen und ein paar Busse auf die Straße zu stellen. Dies verdeutlich auch Cities in Motion 2, hinter dem sich eine komplexe Verkehrssimulation mit vielen Feinheiten verbirgt, die dementsprechend Einarbeitungszeit erfordert.

Geduld ist eine Tugend

Bevor ihr euch in das große Verkehrsgetümmel stürzt, sei euch zuvor ein Blick auf das 18 Teile umfassende Tutorial empfohlen. Dort erfahrt ihr alles über das Verlegen von Strecken, das Einrichten von Haltestellen oder auch das Erstellen von Tarifzonen in der Stadt. Danach seid ihr reif für den Kampagnenmodus. Dort wird gleich deutlich, dass es sich um keinen Klon von Sim City handelt, denn die Stadt ist bereits fix und fertig. Allerdings haben die Einwohner des Örtchens wenig Lust darauf, alle Strecken zu Fuß zurückzulegen. Das Volk braucht dringend öffentliche Verkehrsmittel. Jetzt kommt ihr als Verkehrs-Chef in Spiel. Um den Gütertransport müsst ihr euch übrigens keine Gedanken machen. Eure Aufgabe besteht einzig und allein im Management des öffentlichen Nahverkehrs.

Als Zuständiger für das Verkehrswesen habt ihr auch Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Legt ihr etwa Straßen oder eine schmucke Fußgängerzone mit einer Straßenbahn an, dann lockt das die Leute aus ihren Häusern. Es ist schön zu sehen, wenn die Einwohner mit der "eigenen" U-Bahn jetzt komfortabel zu ihrem Arbeitsplatz gelangen oder am Wochenende problemlos zum hiesigen Baseball-Stadion fahren können. Mit den Verkehrsmitteln erweckt ihr eine ganze Stadt zu neuem Leben. Zwar sieht das Alltagstreiben in Cities in Motion 2 nicht so wunderschön aus wie in der Städtebausimulation von Electronic Arts, doch versprühen die Einwohner ihren ganz eigenen Charme.

Cities in Motion 2 - Launch Trailer
Hier der Launch Trailer zur Wirtschaftssimulation Cities in Motion 2 kurz vor Release.

Wundersames Treiben auf den Straßen

So lässt es sich eine ganze Zeit wunderbar vor sich hin bauen. Ihr legt weitere Verkehrsnetze an, verlegt Schienen oder baut Straßen und beobachtet, wie sich die Menschen an eurem Handeln erfreuen - bis euch irgendwann auffällt, dass die Leute im Spiel ein ziemlich eigenartiges Verhalten an den Tag legen. Denn ganz so simulationslastig, wie es zunächst den Anschein hat, ist Cities in Motion 2 doch nicht. Ein schockierendes Erlebnis im Test war das Verhalten eines Feuerwehrautos. Dieses preschte erwartungsgemäß mit Blaulicht durch die Straßen, allerdings fuhr es gar nicht zu einer Brandstelle. Irgendwann parkte der Wagen vor einer Fabrik, wo der Fahrer dann brav seiner Arbeit nachging und danach wieder nach Hause fuhr.

Diese Szene ist leider nur einer der vielen Aspekte, die in Cities in Motion 2 für Verwunderung sorgen. Wenn ihr etwa bemerkt, dass eine Buslinie von der Bevölkerung kaum angenommen wird, so muss das nicht etwa bedeuten, dass an dieser Stelle kein Bedarf für Nahverkehrsmittel besteht. Tauscht ihr einfach den Bus gegen die offenbar viel beliebtere Straßenbahn aus, dann kommen die Verkehrsgäste wieder in Scharen, selbst wenn der Ticketpreis deutlich höher ist. Ein solches Verhalten der Einwohner lässt natürlich schnell am Simulationsanspruch des Spiels zweifeln. Jedenfalls legen die Fahrgäste anscheinend viel Wert auf den Event-Charakter einer Fahrstrecke. Sie finden es schön, wenn sie auf dem Weg zur Arbeit mit der Straßenbahn fahren dürfen, zwischendurch ins Wassertaxi umsteigen müssen und den Rest der Strecke mit der U-Bahn zurücklegen können.

Eine einfache Tour mit dem Bus vom Wohnort bis zur Arbeit wäre zwar schneller und billiger, wird von den Leuten in der Stadt aber nicht angenommen. Richtig nachvollziehbar ist das Verhalten der Kunden jedenfalls kaum. Mit der Zeit gewöhnt man sich allerdings an das seltsame Verhalten der KI. Ein wenig Marktforschung vorausgesetzt, erfahrt ihr schon bald, was sich die Einwohner von euch wünschen. Ihr solltet die Sinnhaftigkeit besser nicht zu sehr hinterfragen, sondern die Eigenarten einfach akzeptieren, dann kann Cities in Motion 2 seine Stärken entfalten.

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